• Anna Gelbert

"Schatz, keiner trägt den Müll raus wie Du!" - 6 Drückebergerinnen, von denen wir Delegier


Weihnachtszeit ist Mutti-Burnout-Zeit. Freiwillig schultern wir Adventsbazare, Wunschzettel und die Orga der Festtage - während alte, weiße Männer um die Ecke schlittern und den Fame dafür einfahren. Ho-Ho-Bro. Es gibt sie aber, die Frauen, die entspannt durch diese Wusel-Wochen kommen, weil vor ihrem Schlitten keine Rentiere laufen - sondern Typen. Sie alle haben meine Hochachtung. Denn warum sollen nur wir schuften und planen und es allen schön machen? Weil wir die Kinder gebären und deshalb irgendwie, tja, fürsorglicher sind? Come on!

Warum nicht alles smart wegdelegieren und sich für 2020 vornehmen: Einfach mal die Gentlemen machen lassen.

Hier kommen die sechs Meister--Man(n)ipuliererinnen:

Die goldene Muschi

Sie lockt unverhohlen mit der Aussicht auf Sex, wenn der Mann nur erst: Den TÜV erledigt, die Steuererklärung für 2017/18/19 macht, das Altpapier von drei Monaten wegfährt, den Bastel-Vormittag in der Schule besucht, das Weihnachtsmenü plant und ein Medikament gegen Krebs erfindet. Auf der Jagd nach dem heiligen Gral taumelt der Ärmste, beladen mit Windeln, Gänsen und Finanzamt-Unterlagen allerdings dem Nichts entgegen. Überflüssig zu erwähnen, dass auch heute abend wieder nichts geht.

Die Däumchendreh-Diva

Für sie ist ihr Mann nur weiterer Bestandteil des Personals - auch wenn er die ganze Sause zahlt. Weil eine Armada aus dienstbaren Geistern ihr Kinderbetreuung und Haushalt abnimmt, gibt sie die Entspannte, die sich abends zum Schein die öden Anekdoten aus seinem Büro anhört. Dass er nach einer 80-Stunden-Woche am Samstag trotzdem mit der 12-er Packung Toilettenpapier bei Rossmann steht, ist ihrem genialen Verhandlunsgegeschick geschuldet. Diese Frau kann einen Weltkrieg gewinnen, so stählern ist ihr Egoismus. Sie hat aber keine Zeit in die Politik zu gehen, weil sie ständig im Wellness-Hotel abhängt, um sich von gar nichts zu erholen.

Die Hilflose

Sie steht immer mit einem Fuß in der Notaufnahme oder der Mutter-Kind-Kur. Dabei ist die Hilflose (hat nichts zu tun mit wirklich kranken Müttern, die jede Unterstützung verdient haben!) nicht wirklich krank. Sie hat nur ständig was. Nerv eingeklemmt, Rücken-Aua, random-Lebensmittel-Unverträglichkeiten, große und auffällige Verbände und Armschienen. Vom Krankenlager aus wimmert sie Befehle. "Autsch, ich kann mit dem Daumen noch nicht Auto fahren, könntest Du eben alle Kinder von drei verschiedenen Geburtstagen in drei Stadtteilen abholen?" Ihr Mann hat alle Arzt-Nummern gespeichert und wartet vergeblich auf Besserung, auch wenn er Freunden versichert: "Du, wenn die Geli ihre Adduktoren wieder belasten kann, können wir auch mal wieder mit zum Flohmarkt". Gern rächt er sich mit einem komplizierten, lange ausheilenden Fußbruch (vom Skifahren). Wer gewinnt? Der mit den stärkeren Nerven.

Die Domestos-Domina

Sie ist der Kim Jong-un des Haushalts. Mit Schmeicheleien hält sie sich gar nicht erst auf. Es gibt To-Do-Listen für alle, gerne auf einer Magnetwand in der Küche. Aus Angst vor dieser Staubflusen-Despotin geht ihr Mann Samstags lieber zum Baumarkt als ins Stadion und hält sich als einzige Fluchtmöglichkeit ein weirdes Hobby im Kellerraum. Sie weiß genau, wer wann was zu tun hat und duldet keine Abweichungen. Vorteil: Der Haushalt läuft. Nachteil: Ihr Mann läuft auch. Aber weg.

Die Gewissens-Basherin

Zum Kinder-Machen hat`s doch auch gereicht, sagt ihr Blick 24/7. Völlig zu recht fordert sie eine faire Arbeitsteilung und keine Aufgabengewichtung wie 1956 (Er schafft die Kohle ran und hat die Versicherungsordner im Auge, sie macht alles andere). Allerdings braucht sie mehr diplomatisches Geschick als die Presseleute von Prinz Andrew, um die Zuständigkeiten täglich neu auszuhandeln. Wenn sie ein paar Jahre durchhält, wird sie belohnt.

Die Charme-Chillerin

An ihr ist eine Hütchenspielerin verlorengegangen. An unsichtbaren Schnüren manipuliert sie ihren Mann durch den Alltag. Ihre Waffen: Schmeichelei und Liebreiz. "Ach Liebling, wenn Du die Wasserkisten trägst, sieht man Deinen Bizeps so toll". gerne auch: "Ich finde nichts sexier als einen Mann, der Risotto kochen kann." Sie spricht eine Sprache, die schon viele Beziehungen hätte retten können: Wertschätzung. "Danke, dass Du das machst, ich bin dafür offenbar einfach nicht gemacht". Zack. So einfach kann's gehen: Sie lächelt, er springt, alle sind happy.

#Moms #WorkingMoms #Gesellschaft #Beziehungen

© 2017 by Anna Gelbert © 2017 Photos by Schoko-Auge

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